Donnerstag, 19. Dezember 2013

10 Fakten… die ich an Deutschland vermisse

Heute wollte ich über die Dinge reden, die ich in den letzten 5 Monaten in den USA sehr vermisst habe.

10. Bitte nicht schockiert sein, aber teilweise vermisse ich wirklich das Gefühl von Sicherheit. Es ist nicht so, dass ich mich hier total unsicher fühle, aber wenn ich höre dass in Chicago täglich Menschen ermordet werden, schreckt mich das schon ein wenig ab. Aber Chicago ist natürlich auch eine andere Hausnummer als Düsseldorf in Deutschland… ;)

9. Spät aufstehen. Ach herrje. Also in Deutschland bin ich es gewohnt um 7 Uhr aufzustehen, weil ich zu Fuß circa 10 Minuten von meiner Schule entfernt wohne. Dementsprechend war für mich das Aufstehen um 5:45 eine krasse Umstellung und ist jeden Morgen noch eine Herausforderung. Jeden Morgen habe ich mich aus dem Bett gerollt und einfach nur gedacht: Es wird eine Zeit kommen, in der du endlich wieder bis 7 Uhr (aus)schlafen kannst! :D

8. DÖNER! Ein Großteil der Sachen die ich vermisse ist wahrscheinlich Essen und ich muss sagen eines der ersten Dinge die ich in Deutschland machen werde ist definitiv einen richtigen Döner zu Essen! Wenn ich versucht habe meinen Freundinnen zu erklären dass ich mal wieder Heißhunger auf Döner habe kam nur ein: "Doner? What is that?" Und wenn ich es dann erklärt habe kam nur ein: "Oh, so it is like a hot-dog!" Na ja nicht so ganz, eigentlich gar nicht. Aber na ja, bald habe ich meinen Döner ja wieder! 

7. Ich bin definitiv kein Mädchen was sofort mit allen Jungs flirtet, aber in Deutschland sind in meinem Freundeskreis viele Jungs und ich verstehe mich meistens einfach echt gut mit "Boys". Ich habe mich hier einmal mit einem Jungen aus meiner Klasse unterhalten, einfach nur über irgendwas, ich glaube es war irgendeine Hausaufgabe. Auf jeden fall kamen danach Mädchen zu mir und meinten: "Uhlala, Lena + xy!" Ich fand es anfangs echt witzig, aber mittlerweile vermisse ich es echt einfach mal mit Jungs abzuhängen, denn das ist hier schlichtweg unmöglich ohne sofort als Date bezeichnet zu werden. Die Lockerheit in Deutschland gegenüber dem Thema Jungs und Mädchen Freundschaft gefällt mir eindeutig besser.

6. Fleischwurst und Salami sind für so ziemlich jeden Deutschen glaube ich ziemlich selbstverständlich. Für Amerikaner jedenfalls nicht. Ich habe 5 Wochen vergeblich zig verschiedene Sorten von "Schinken und Wurst" probiert, aber an Fleischwurst oder Salami ist hier nicht zu denken. Salami schmeckt sofort nach Bifi und Fleischwurst… da sollte man besser gar nicht anfangen zu suchen! :D

5. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das ist wohl das Motto der amerikanischen Schüler. Abschreiben oder gar einander bei den Hausaufgaben helfen - unvorstellbar. Viel zu groß ist die Gefahr dass die Lehrer es merken könnten und dann wird man hier glaube ich in das Fegefeuer gesteckt. :D Wenn der Lehrer während eines Tests aus dem Raum rausgeht bleibt es mucksmäuschen still, während in Deutschland sofort über die Lösungen diskutiert wird. Mir ist bewusst dass es nicht richtig ist abzuschreiben, aber wenigstens Freunden zu helfen… Ist das zu viel verlangt? In Deutschland ist es auf jeden fall selbstverständlich.

4. Freiheit. Achja… Was war das noch mal? :D Nein Spaß! Ich habe hier natürlich auch Freiheit, wahrscheinlich habe ich sogar Glück und meine Gastfamilie gibt mir sehr viele Freiheiten, aber trotzdem merke ich, dass ich hier weitaus mehr kontrolliert werde, nicht nur von meinen Gasteltern. In der Schule darf man nur mit einem vom Lehrer unterschriebenen Hall-Pass auf den Gang und die Schule während dem Schultag zu verlassen ist genauso unmöglich wie aus einem Gefängnis auszubrechen. :D (Nicht, dass ich meine Schule als Gefängnis sehe, das sollte nur zur Verdeutlichung gelten) Wenn ich mit Freunden unterwegs bin kriege ich ca. jede Stunde eine SMS von meinen Gasteltern: Wo bist du, geht es dir gut? Und wenn ich mich mit Freunden verabrede muss ich Telefonnummer und Namen hergeben. Für mich, die an ziemliche Freiheit gewohnt ist, kommt es natürlich rüber als würde das an mangelndem Vertrauen liegen. So ist es aber nicht, denn in den USA (sind zumindest von meinen Freundinnen) alle Eltern so.

3. Anschließend zur Freiheit kommt natürlich die Mobilität. Achja… in Deutschland bettelte ich darum, dass meine Mama mich zum Training fährt. Hier würde ich darum betteln mit dem Bus zum Training zu fahren. :D Bist du keine 16 oder hast ältere Geschwister bist du meistens ziemlich aufgeschmissen, denn in den USA ist alles ziemlich weit auseinander und da braucht man definitiv ein Auto um von A nach B zu kommen. Dementsprechend nervt es mich manchmal dass ich nachmittags nicht mal eben zu Veronica gehen oder fahren kann, einfach weil es keine Busse gibt und zu Fuß? Unmöglich. Zwar gibt es hier Bürgersteige aber als ich zum Beispiel mal zu Fuß zu Starbucks gegangen bin (ca. 2km), haben mich die Leute angeguckt als könnten sie ihren Augen nicht trauen. Ein Mensch auf einem Bürgersteig!? Huch.

2. Graubrot, Schwarzbrot, Baguette, Französische Landbrot, Stuten, Semmel und so vieles mehr… Ich vermisse deutsches Brot! Wenn ich hier durch die "Brotabteilung" laufe riecht es eher nach Zucker und das "Brot" (ich nenne es liebevoll: flexibles Papier) kann man hier eindrücken und es kommt innerhalb von Sekunden in die Ursprungsform zurück. Wie oft sehne ich mich nach einem Brötchen… (am besten mit Fleischwurst). Viel zu oft! So sehr ich die USA liebe, Brot gehört definitiv nicht zu den positiven Aspekten!

1. Natürlich ist meine Nummer 1 meine Familie & meine Freunde. Natürlich habe ich hier ein zweites Leben, eine neue Familie und einen Freundeskreis. Ich fühle mich hier, in den USA, Zuhause. Trotzdem vermisst man irgendwie seine Heimat. Die kleinen Dinge. Die Couch Abende mit der Familie, Pausen mit seinen Freunden, Latte Macchiato trinken mit meiner Mama, Sonntage bei meiner Omi und meinem Opa oder einfach nur eine Umarmung von meinem Bruder. Auch wenn man weiß, dass man bald wieder Zuhause, in Deutschland ist, man merkt wie wichtig es ist, das Gefühl zu haben dass es Menschen gibt die dich total vermissen und immer für dich da sind. Eine Art Standbein. Und obwohl ich meine Gastfamilie liebe, wirklich, so sehr vermisse ich doch einfach mal eine Umarmung von meiner Mama und meinem Papa.

Das war der zweite Teil von 10 Fakten… Als nächstes kommt was ich mir in Bezug auf das Auslandsjahr und die Erfahrungen als Austauschschüler generell anders vorgestellt habe. Ich hoffe es hat euch gefallen & ich gehe jetzt von einem Brötchen mit Fleischwurst träumen… 8)

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